CDU Gemeindeverband St. Leon-Rot

Corona und Ukrainekrieg stellen die Schulen vor riesige Herausforderungen

Landtagsabgeordnete Christiane Staab (CDU) im Dialog mit Schulleiterinnen und Schulleitern aus dem Wahlkreis Wiesloch / Corona: Maskenpflicht im Unterricht bis Ostern gewünscht

Der Krieg Putins gegen die Ukraine ist auch an den Schulen präsent: in den Köpfen, im Unterricht und manchmal auf den Schulhöfen, wenn es in seltenen Fällen zwischen ukrainischen und russischstämmigen Schülern auch schon mal zu Handgreiflichkeiten kommt, die sofort unterbunden werden. Tatsächlich handelte es sich bei einem dieser Vorfälle in der Region um Grundschüler, die aneinandergerieten, wobei sich die russischstämmigen Kinder mit dem Vorwurf konfrontiert sahen: „Ihr habt den Krieg angefangen.“

In den höheren Klassen gebe es in diesem Zusammenhang aktuell keine Probleme, die älteren Schülerinnen und Schüler würden den Sachverhalt differenzierter betrachten. Dies erfuhr die Landtagsabgeordnete und Bildungspolitikerin Christiane Staab (CDU), die alle Schulleitungen aus dem Wahlkreis Wiesloch zu einem virtuellen „Runden Tisch“ eingeladen hatte, um mit ihnen unter anderem über die Thematisierung des Ukrainekriegs im Unterricht, die Bewältigung der Auswirkungen Coronapandemie wie auch die Digitalisierung zu sprechen.

Über zweieinhalb Stunden diskutierte die Parlamentarierin mit Klaus Heeger (Hubert-Sternberg-Schule Wiesloch), Michael Ries (Johann-Philipp-Bronner-Schule Wiesloch), Sabine Dorando (Grundschule Horrenberg), Lorenz Kachler (Waldschule Walldorf), Jens Albrecht (Theodor-Heuss-Realschule Walldorf), Annika Musall (Schlossberg-Grundschule Leimen), Martin Albrecht (Otto-Graf-Realschule Leimen), Dr. Dirk Lutschewitz und Christine Littau (beide Löwenrot-Gymnasium St. Leon-Rot), Dorothea Kuhn-Bender (Grundschule Malsch), Peter Schnitzler (Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen), Ulrike Biesel-Weidig (Schlossbergschule Rotenberg) und Jutta Stempfle-Stelzer (Schillerschule Walldorf). Auch Dominik Ohly, Parlamentarischer Berater der CDU-Landtagsfraktion für Kultus, Jugend und Sport, nahm an der Besprechung teil ebenso wie Tobias Berger, welcher die Videokonferenz technisch verantwortete und selbst als Gymnasiallehrer in Wiesloch arbeitet.

Staab machte eingangs deutlich, dass das Thema Bildung ganz oben auf ihrer Agenda stehe und für sie klar sei: „Mit wem sollte ich besser über dieses wichtige Thema sprechen können als mit den Rektorinnen und Rektoren, als mit den Schulleiterinnen und Schulleitern?“

Und eben diese nutzten intensiv die Gelegenheit, der CDU-Politikern einen Einblick in ihren Alltag zu geben, der sie immer wieder vor neue riesige Herausforderungen stelle. Hierzu gehöre in nächster Zeit auch die Beschulung von aus der Ukraine geflüchteten Kindern und Jugendlichen. In diesem Zusammenhang erwarten die Schulleiter ein klares, vorausschauendes Konzept seitens des Kultusministeriums, welches aktuell mitteilte, dass es „im Hintergrund seit Kriegsbeginn täglich an Lösungen arbeitet, um zum Beispiel auch die ukrainischen Lehrkräfte einzubeziehen und an weiteren Möglichkeiten, unsere Schulen vor Ort zu unterstützen."

Eine Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte, wie sie aktuell der Philologenverband fordert, ist für das Kultusministerium derzeit indes kein Thema. Nach einer Mitteilung des Staatlichen Schulamts gehe es jetzt nicht darum, die ukrainischen Kindern rundum zu beschulen, sondern überhaupt Schule und Kontakte zu ermöglichen.

Ein Diskussionsteilnehmer wies darauf hin, dass es eine Online-Lernplattform für ukrainische Schüler der Stufen 5 bis 11 gebe, die von Schülern, die in Gastfamilien untergebracht seien, bereits genutzt werde (Link: https://lms.e-school.net.ua/). Ziel sei es, ukrainischen Schülerinnen und Schülern, die kurz vor dem Abschluss standen, diesen auch zu ermöglichen.

Dass hierzu eine gute Interverbindung vorteilhaft wäre, führte zum Thema Digitalisierung, das aufgrund des unterschiedlich ausgebauten Glasfasernetzes, für welches die Kommunen zuständig sind, entsprechend unterschiedlich auch bewertet wurde. Eine betroffene Schulleiterin, die voraussichtlich noch mindestens ein Jahr auf einen schnellen Internetanschluss warten muss, machte deutlich, dass ihr Kollegium es leid sei, jede Videokonferenz mit dem Satz „Kann man mich sehen, kann man mich hören?“ eröffnen zu müssen.

Zwar habe sich Homeschooling und digitales Lernen in Zeiten von Corona eingespielt, was allerdings kaum diskutiert werde, sei die diesbezügliche Belastung der Lehrerinnen und Lehrer. Von mehreren Seiten kam in diesem Zusammenhang die Aussage: „Wir sind wirklich am Limit.“ Eine Schulleiterin führte aus: „Nach zwei Jahren Corona sind nicht nur die Lehrkräfte erschöpft, sondern die Schulleitungen sind es in hohem Maße auch.“ Das Land käme hier seiner Fürsorgepflicht den Lehrkräften gegenüber nicht nach. Einhellig wurde kritisiert, dass es zu wenig Schulleitungsstunden und ferner, dass es bei Schwangerschaften, Elternzeit oder Erkrankung keine Vertretung gebe: „Es gibt Lücken, die sind unglaublich. Die Leidtragenden sind am Ende auch die Kinder.“ Die deutliche Mehrheit der Schulleiter, die sich zu Wort meldeten, sprachen sich abschließend für eine Beibehaltung der Maskenpflicht im Unterricht bis Ostern aus: "Das ist wohl das sicherste Mittel, das wir haben."