„Sport braucht verlässliche Rahmenbedingungen“
Wiesloch. Die TSG Wiesloch ist mit 2.536 Mitgliedern einer der größten Sportvereine der Region – und zugleich ein Beispiel dafür, wie sehr Engagement an bauliche Grenzen stoßen kann. Auf Initiative der Landtagsabgeordneten Christiane Staab informierten sich der sportpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Manuel Hailfinger MdL sowie CDU-Gemeinderat Holger Mengesdorf vor Ort über die Situation des Vereins.
Empfangen wurde die Delegation vom Vorstand um Manfred Walter, Martin Rattinger und Wolfgang Koyro. Schnell wurde deutlich: Der Verein ist stark aufgestellt: 221 Übungsleiter und Helfer stemmen wöchentlich rund 400 Trainingsstunden.
Über 1.200 Kinder und Jugendliche treiben bei der TSG regelmäßig Sport. Doch die Infrastruktur hält mit dieser Entwicklung kaum Schritt. Besonders drängend ist die Hallensituation. Erfolgreiche Abteilungen wie Basketball oder Handball können keine zusätzlichen Kinder aufnehmen, weil schlicht Trainingszeiten fehlen. Der Ganztagsunterricht verschärft die Lage zusätzlich – Trainingszeiten rutschen immer weiter in die Abendstunden.
„Wir verlieren keine Mitglieder aus Mangel an Engagement, sondern aus Mangel an Hallenzeiten“, brachte es ein Vorstandsmitglied auf den Punkt. Ein weiteres zentrales Thema war die Schwimmbadsituation. Wiesloch verfügt über kein eigenes Hallenbad. Die Ortsteilbäder sind immer wieder von Schließungen betroffen. Für Schulen bedeutet das: lange Busfahrten, kurze Wasserzeiten.
„Grundschüler müssen schwimmen lernen können. Das ist keine Luxusfrage, sondern Sicherheitsvorsorge“, betonte Staab. Hailfinger verwies auf aktuelle Förderprogramme des Landes. Mit dem neuen Solidarpakt V stelle das Land in den kommenden Jahren wiederum erhebliche Mittel für kommunale und vereinseigene Sportanlagen bereit. Ziel sei es, wieder verlässliche Förderquoten von rund 30 Prozent zu ermöglichen.
„Das Land steht bereit. Entscheidend ist, dass Projekte vor Ort vorbereitet und beantragt werden“, so der Sportpolitiker. Auch kleinere, aber dringend notwendige Investitionen wurden angesprochen, etwa die Erneuerung sanitärer Anlagen in den Talwiesen. Ohne pragmatische Lösungen drohten hier Einschränkungen des Sportbetriebs.
Einigkeit herrschte darüber, dass Sportvereine mehr sind als Trainingsorte: "Sie sind soziale Treffpunkte, Integrationsmotoren und Orte der Persönlichkeitsentwicklung." Gerade angesichts wachsender Konkurrenz durch kommerzielle Anbieter und Volkshochschulkurse sei es wichtig, die Vereine strukturell zu stärken.
Staab kündigte an, den Dialog fortzuführen und die angesprochenen Punkte in die kommunal- und landespolitischen Gespräche mitzunehmen. Und weiter; „Die TSG Wiesloch zeigt, was ehrenamtliches Engagement leisten kann. Jetzt braucht es Rahmenbedingungen, die diesem Engagement gerecht werden.“ (Text/Fotos: Matthias Busse)