CDU St. Leon-Rot

„Uns sollten die Kinder das wert sein“

CDU St. Leon-Rot lud zu einem Austausch über die Zukunft der Kinder- und Familienzentren und ihrer Koordinationsstelle / Landtagsabgeordnete Christiane Staab informierte sich vor Ort

St. Leon-Rot. Wie lassen sich Kinder- und Familienzentren langfristig sichern und weiterentwickeln? Dieser Frage widmete sich am Montag, 9. Februar, ein Gespräch in der Koordinationsstelle der katholischen Kinder- und Familienzentren (KiFaZe) in St. Leon-Rot. Eingeladen hatte die CDU St. Leon-Rot. Mit dabei waren die Landtagsabgeordnete Christiane Staab, Bürgermeisterstellvertreter Achim Schell, Pfarrer Bernhard Pawelzik sowie Vertreterinnen und Vertreter der Träger, der Einrichtungen und der Koordinationsstelle unter Leitung von Ulrike Lechnauer-Müller.

Im Mittelpunkt stand das in St. Leon-Rot aufgebaute Modell der Kinder- und Familienzentren, das sechs katholische Kindertageseinrichtungen in den Ortsteilen St. Leon und Rot miteinander vernetzt. Diese Einrichtungen arbeiten seit mehreren Jahren als Kinder- und Familienzentren eng zusammen und bieten weit mehr als Betreuung: Elterncafés, Vorträge, Kurse, Beratungsangebote sowie präventive Unterstützung für Familien gehören inzwischen selbstverständlich dazu – niederschwellig, wohnortnah und alltagsnah.

Staab zeigte sich von der Arbeit vor Ort sehr beeindruckt. Das Modell St. Leon-Rot sei ein überzeugendes Beispiel dafür, wie frühe Bildung, Elternarbeit und Prävention zusammenwirken können. Staab: „Frühkindliche Bildung ist der wirksamste Hebel für Zusammenhalt und faire Startchancen. Was in St. Leon-Rot entstanden ist, überzeugt fachlich und praktisch. Jetzt kommt es darauf an, dass das Land gemeinsam mit den Kommunen Verantwortung übernimmt, damit aus guten Projekten verlässliche Strukturen werden, die auch strukturell weiterentwickelt werden müssten."

CDU-Vorsitzender Tobias Berger stellte die politische Verantwortung in den Mittelpunkt. „Uns sollten die Kinder das wert sein“, betonte er. Gerade in Zeiten angespannter kommunaler Haushalte dürfe frühkindliche Bildung nicht als verzichtbare freiwillige Leistung betrachtet werden. Kinder- und Familienzentren seien Investitionen in stabile Bildungsbiografien, gesellschaftlichen Zusammenhalt und mittel- bis langfristig auch in die finanzielle Entlastung der Kommunen.

Aus der Praxis wurde deutlich, dass die zentrale Koordinationsstelle ein entscheidender Erfolgsfaktor sei. Sie bündele Ressourcen, entlaste Leitungen, organisier gemeinsame Angebote und sichere Qualität. Gleichzeitig wurde offen angesprochen, dass mit dem Auslaufen der Landes-Anschubfinanzierung ab 2027 eine Finanzierungslücke entstehe, die von Kirche und Kommune allein nur begrenzt geschlossen werden könne.

Bürgermeisterstellvertreter Achim Schell unterstrich, dass die Bedeutung der Familienzentren in der Gemeinde gesehen werde, machte aber auch deutlich, dass grundsätzliche Entscheidungen zur langfristigen Finanzierung Sache des Bürgermeisters und des Gemeinderats seien. Das Gespräch diente aus seiner Sicht vor allem dazu, die Faktenlage und den Mehrwert des Modells klar darzustellen.

Am Ende des Austauschs bestand Einigkeit darüber, dass das Modell St. Leon-Rot fachlich überzeuge und wirke. Nun gelte es, die politischen Weichen so zu stellen, dass aus einem erfolgreichen Projekt eine dauerhaft tragfähige Struktur werde. (Text/Fotos: Matthias Busse)

Hintergrund

Das Kinder- und Familienzentrum St. Leon-Rot ist das organisatorische Herzstück von sechs katholischen Einrichtungen und hat sich als wirkungsvolles Modell zur Unterstützung von Familien etabliert. Die bisherige Landes-Anschubfinanzierung läuft schrittweise aus und entfällt ab 2027 vollständig. Der laufende Betrieb der Koordinationsstelle verursacht jährliche Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich, wobei Personal den größten Anteil ausmacht. Kirche und Kommune tragen bereits heute einen erheblichen Teil der Verantwortung, stoßen jedoch an finanzielle Grenzen. Um das erfolgreiche Modell zu sichern, braucht es eine verlässliche, gemeinschaftliche Lösung von Land, Kommune und Trägern.